Mitgliederversammlung vom Freitag, 25.04.2008

Erfolgreiches Engagement und beeindruckende Zahlen

Von vielfältigem Engagement und beeindruckenden Zahlen berichtete der Vorstand auch in diesem Jahr in der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Reutlingen. Wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war neben Geschäfts- und Kassenbericht die Neuwahl der Vereinsleitung und der Beiräte. Ralph Stepper trat aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt als zweiter Vorsitzenden an. Für ihn wurde Erika Schwarz in den Vorstand gewählt.  

„Dank Nachlass überlebt“  lautet die Überschrift einer Anzeige des Tierschutzvereins Reutlingen. „Was auf der einen Seite traurig ist, kann auf der anderen Seite auch positiv sein“, sagte  der erste Vorsitzende Herbert Lawo zu Beginn seines Geschäftsberichtes. Durch verschiedene Nachlässe stehe der Verein in diesem Jahr finanziell gut da, doch das Geld werde dringend für den Sanierungsumbau des Kleintierhauses gebraucht, gab Herbert Lawo vorneweg einen kurzen Ausblick auf den Kassenbericht. Doch nicht nur die Zahlen beeindrucken, auch das Engagement der Tierschützer ist umfangreich: In der politischen Tierschutzarbeit beteiligte sich der Reutlinger Tierschutzverein unter anderem an Aktionen für artgerechte Haltung so genannter „Nutztiere“, gegen die Herstellung von Kleidung aus Tierpelzen und gegen die Haltungsverordnungen in der Schweine- und Masthähnchenhaltung. So sind laut Nutztierhaltungsverordnung 33 Kilogramm  Lebendgewicht an Masthähnchen pro Quadratmeter erlaubt, wobei oft sogar bis zu 39 Kilogramm erreicht werden. Prominentes Gehör fanden die Reutlinger Tierschützer in der Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, die zusammen mit Dr. Thomas Pyczak, dem Referenten für Tierschutz im Stuttgarter Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, im August 2007 ins Reutlinger Tierheim gekommen waren.

Das politische Engagement hat sich in einigen Punkten bereits ausgezahlt: So wird zum Beispiel ab dem 31.12.08 das Verbot der Einfuhr von Hunde- und Katzenfellen in Kraft treten, der Schutz von Primaten in Tierversuchen wird verbessert, der Anteil an Eiern aus Freiland- und Bodenhaltung steigt und die Firma McDonalds hat auf Intervention der Tierschützer einen Eisbecher vom Markt genommen, der sich unachtsam weggeworfen als Falle für Igel erwiesen hat.

Weitere  Aufklärungsarbeit wurde kurz vor Weihnachten in der Tierschutzzeitung und in Pressemitteilungen  geleistet. „Wir müssen jedes Jahr neu darauf hinweisen, dass keine Tiere verschenkt werden“, sagte Herbert Lawo. Wohl wissend, dass in der Weihnachts- und Ferienzeit Tiere vermehrt ausgesetzt und „entsorgt“ werden. „Rassetauben als Glücksbringer – Hochzeitswünsche mit tödlichem Beigeschmack“ lautete die Pressemitteilung, die der Verein zusammen mit dem Veterinäramt Reutlingen herausgegeben hat. Die Erklärung fand Deutschland weit Beachtung und zeigt auf, dass weiße Zuchttauben, die bei Hochzeiten als so genannte „Glücksbringer“ tierschutzwidrig eingesetzt werden, in Freiheit nicht überleben können. Mit einem Igelinfotag für die ganze Familie reagierte das Tierheim auf die alljährlich im Herbst eingehenden unzähligen Anfragen aus der Bevölkerung, wie mit den stacheligen Gesellen umzugehen sei.

Der Tierschutzverein Reutlingen  engagiert sich insbesondere für den akuten Tierschutz im Landkreis Reutlingen. Dies spiegelt sich in den Tierzahlen des Jahres 2007: Über 1.800 Tiere fanden Hilfe und Fürsorge bei den 15 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Sie wurden gepflegt, tierärztlich betreut und erhielten – manche zum ersten Mal in ihrem Leben –  menschliche Zuwendung und Liebe. Die Verwahrtage summierten sich auf knapp 67 000. Die meisten betreuten Tiere konnten an verantwortungsvolle Menschen vermittelt werden. Annähernd 800 durchgeführte Kastrationen im Tierheim helfen, Tierleid schon vor der Entstehung zu vermeiden. Diese professionelle Tierschutzarbeit konnte nur durch den überdurchschnittlichen Einsatz  kompetenter MitarbeiterInnen geleistet werden, die zudem von einer Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer unterstützt werden. Deshalb bedankte sich Herbert Lawo bei ihnen besonders, ebenso bei den MitstreiterInnen im Vorstand, dem Beirat und bei den Kassenprüfern. Traditionsgemäß wurden beispielhaft einige besonders „Verdiente“ hervorgehoben und mit einem besonderen Präsent bedacht. Dies waren für seine zweijährige Vorstandschaft Ralph Stepper, sowie Alexandra Bailer, Alexandra Rahn-Schall, Markus Atdorf, Karin Sauck, Hans-Jörg Klein, Andrea Kock und Frau Schmitz.

Iris Großmann, Fachbeisitzerin im Vorstand und Koordinatorin der Gruppe Ehrenamtlicher, die sich mit der Bearbeitung von Tierschutzfällen beschäftigt, berichtete von 125 Tierschutzmeldungen, die 2007 neu zu bearbeiten waren. In mehreren Fällen musste das Veterinäramt  eingeschaltet werden, in einigen auch die Polizei. Mit beiden Behörden wird möglichst eng zusammengearbeitet. „Das ist eine psychisch sehr belastende Aufgabe, weil man nie willkommen ist und weil es den Tieren oft sehr schlecht geht“, bestätigte Herbert Lawo. Die Gruppe bestehe derzeit aus fünf Mitgliedern und Interessenten für die wichtige Arbeit seien sehr willkommen, meinte  Iris Großmann abschließend.

Ein weiterer, wichtiger Pfeiler des Vereins ist die Jugendarbeit. Schriftführerin Karin Herzog berichtete über die erfolgreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres. Das Ferienprogramm lockte so viele Kinder und Jugendliche, dass die Anmeldungen die vorhandenen Kapazitäten sprengten und Wartelisten eingeführt werden mussten. In mehreren Gruppen lernten die Kinder die Tierheimarbeit hautnah kennen. Auch Tierheimführungen für Schulklassen wird rege in Anspruch genommen, und das Interesse an einem Praktikum für die Tierpflegerausbildung ist groß. Seit 19. April 2008 gibt es auch wieder eine neue Jugendgruppe, die sich 14-tägig trifft. Am Ende des Geschäftsberichtes informierte Herbert Lawo über den Stand der weiteren Projekte wie die aktuelle Sanierung des Kleintierhauses, die Sanierung der Hundeunterkünfte und über den Stand des Tierfriedhofs.

In ihrem Kassenbericht konnte Schatzmeisterin Gudrun Walker Positives vermelden: Der Gewinn von rund 380 000 Euro sei vor allem auf Nachlassenschaften zurückzuführen. Das Geld wird dringend benötigt und ist für verschiedene Projekte bereits verplant. Etwa bei der Sanierung des Kleintierhauses (bis zu 275 000 Euro) oder dem Tierfriedhof (100 000 Euro).

Nachdem die Kassenprüfer Christian Schimke und Manfred Zimmermann eine einwandfreie Buch- und Kassenführung bescheinigt hatten, wurde die Vereinsleitung einstimmig entlastet. Für die anschließenden Neuwahlen stand der bisherige zweite Vorsitzende Ralph Stepper aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. In diese Funktion wählten die anwesenden Mitglieder Erika Schwarz, die über langjährige Erfahrung in der Tierschutzabeit verfügt. Die anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Herbert Lawo als erster Vorsitzender, Gudrun Walker als Schatzmeisterin, Karin Herzog als Schriftführerin und Iris Großmann als Fachbeisitzerin. Als Beiräte wurden gewählt: Volker Eisenhardt,  Christian Schimke, Alexandra Rahn-Schall, Nina Herzog, Alexandra Bailer, Tanja Finkenbeiner, Ralph Stepper, Hans-Jörg Klein, Nadine Wachtel, Markus Atdorf und Manuela Schnitzer.

Auch Volker Stutz, der erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Wiesloch und neuer zweiter Vorsitzender des Landestierschutzverbandes nahm an der Versammlung teil. Er beglückwünschte Herbert Lawo zur Wahl zum ersten Vorsitzenden des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg am 19. April 2008 und für seine Tierschutzarbeit und überreichte ihm ein persönliches Buchgeschenk.

Vorstand 2006/2007
               Der neu gewählte Vorstand, von links: Schriftführerin Karin Herzog, Fachbeisitzerin
               Iris Großmann, 2. Vorsitzende Erika Schwarz, Kassiererin Gudrun Walker,
               1. Vorsitzender Herbert Lawo.


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