Protestzug gegen Affenqual in Tübingen
 
Rund 200 Beteiligte versammelten sich am Samstag, dem 05. Juni 2010 auf dem Tübinger Marktplatz, um gegen die Affenversuche in Tübingen zu protestieren. Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg war einer der Mitveranstalter der Aktion, die von dem Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ initiiert worden war. Auch die AntiSpe aus Tübingen und Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. waren dem Aufruf gefolgt.
 
Mit einer Demonstration durch die Tübinger Innenstadt machten die Tierschützer auf die noch immer praktizierten Versuche am Affenhirn aufmerksam und forderten eine tierversuchsfreie Forschung.

Protestzug durch die Tübinger Innenstadt
Die Affen werden dabei in einem so genannten Primatenstuhl fixiert und bewegungsunfähig gemacht. In den Schädel wird eine Halterung implantiert, mittels derer der Schädel im Primatenstuhl festgeschraubt wird. In den Augen wird ein Metallring eingesetzt, über den die Augenbewegungen gemessen werden. Damit sollen die Tiere gezwungen werden, Aufgaben am Bildschirm zu lösen. Während der gesamten Versuchsphase haben die Affen keinen freien Zugang zu Wasser. Werden die Aufgaben erfolgreich gelöst, erhalten Sie tropfenweise Flüssigkeit. „Das Dasein dieser hochintelligenten Tiere ist von Anfang bis Ende eine Tortur, eine Folter, eine himmelschreiende Quälerei“, betonte Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, bei einer anschließenden Kundgebung auf dem Tübinger Marktplatz.
Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, fordert in seiner Ansprache ein Ende der grausamen und unsinnigen Tierversuche.
Passanten und Teilnehmer zeigten sich bestürzt über das Leid der Tiere in den Labors. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, der solche Misshandlungen rechtfertigen würde, weder einen ethischen noch einen wissenschaftlichen“, so Herbert Lawo weiter. Gleichartige Versuche wurden bereits in Berlin und München aus ethischer und aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr genehmigt. Das gleiche wolle man nun auch in Tübingen erreichen. Auch in Bremen waren solche Versuche zunächst nicht mehr genehmigt worden, allerdings hat das dortige Verwaltungsgericht diese Entscheidung kürzlich revidiert und für entsprechende Nachweise Gutachten gefordert.

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