„Der Kauf von Tieren will gut überlegt sein“
 
Mit diesen Worten appellierte der Tierschutzexperte der Grünen Landtagsfraktion Reinhold Pix bei seinem Besuch im Reutlinger Tierheim anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfests an alle, die auf die Idee kommen sollten, Tiere zu verschenken oder als Geschenk anzuschaffen. 
 
„Wer Tiere hält, trägt große Verantwortung. Ein Tier ist kein Spielzeug, das man, wenn es langweilig wird, einfach wegwerfen kann“, sagte Reinhold Pix bei seinem Besuch im Reutlinger Tierheim. Er spricht aus eigener Erfahrung, denn er hat selber Tiere bei sich zuhause. Gerade in der Weihnachtszeit boomt das Geschäft mit den Lebewesen. Besonders erschüttert zeigt sich Pix bei der drastischen Entwicklung im Internet. „Die Tiere werden als Sache gehandelt und es findet beim Kauf kein persönlicher Kontakt zu den zukünftigen Haltern statt“, betont er. Auch der Handel mit Exoten nimmt immer mehr zu. Dabei wird oft nicht bedacht, dass gerade auch solche Tiere hohe Haltungsansprüche stellen, die dann von ihren Besitzern nicht erfüllt werden können.
 
Vor der Zunahme ausgesetzter und abgegebener Exoten und einer damit verbundenen Problematik, diese artgerecht unterzubringen, stehen auch die Tierheime. Bei einer Führung ließ sich Reinhold Pix den Ablauf und die Versorgung der Tierheimbewohner erklären. Ohne die Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern könnte der Stamm von etwa 15 Angestellten - meist in Teilzeit - die Arbeit nicht bewältigen. Deshalb rät Pix bei der Frage, was jeder einzelne tun könne, sich ehrenamtlich zu engagieren, zur Mithilfe in einem Tierheim: „Ein Tierheim wäre vollkommen überfordert, wenn es alles nur mit bezahlten Kräften machen müsse“, betont er.  Dies kann der erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Reutlingen, Herbert Lawo, nur bestätigen. Es sei ein täglicher Kampf ums Überleben. Vieles könne nur dank Vermächtnissen und Erbschaften durchgeführt werden. Mit den Veranstaltungen, die das Tierheim jedes Jahr biete, versuche man, die Last zu schultern und den hohen Anforderungen gerecht zu werden.
 
Sichtlich beeindruckt zeigte sich Pix von den Räumlichkeiten des Reutlinger Tierheims. „Wir haben seine sehr gute Vermittlungsquote“, machte Lawo deutlich. Mit der durchschnittlichen Zeit, die sich ein Tier hier aufhalte, bis es vermittelt wird, sei man sehr zufrieden; allerdings gebe es im Einzelfall sehr wohl sehr große zeitliche Unterschiede, erläuterte Lawo. Dabei lege man sehr viel Wert auf das zukünftige Zuhause und ob die neuen Besitzer in der Lage seien, den Ansprüchen des Tieres gerecht zu werden.

Knapp drei Wochen vor Heiligabend rät der Tierschutzexperte der Grünen Landtagsfraktion, Reinhold Pix, dringend davon ab, spontan ein Haustier zu verschenken.

Diese Einstellung kann Reinhold Pix nur teilen. Deshalb rät er: „Gerade zur Weihnachtszeit landen immer mehr Tiere unter dem Gabentisch. Die Beschenkten - meist Kinder - sind dann überfordert und bereits nach kurzer Zeit werden die Tiere im Tierheim abgegeben. Die Familien müssen sich im Vorfeld im Klaren darüber sein, ob die Tiere gehalten werden können. Umfassende Information und ein gereifter Entschluss sind dringend zu fordern. Als spontane Weihnachtsgeschenke sind Tiere absolut ungeeignet.“

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