Mitgliederversammlung vom Freitag, 07.05.2010
 
„Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen“ , lauteten die Eröffnungsworte vom ersten Vorsitzenden des Tierschutzvereins Reutlingen, Herbert Lawo, in Bezug auf das neu eingerichtete und mit Leben erfüllten Kleintierhaus.
 
Am 05.04.2009 war es endlich soweit. Dank Ihrer Hilfe konnte das neu gestaltete Kleintierhaus im Rahmen des Frühlingsfestes seiner Bestimmung übergeben werden und die Kleintiere in ihr neues Quartier einziehen. Dies freute nicht nur deren Kleintierpfleger Markus Atorf, sondern auch die vielen Kleintiere, die während der Bauzeit in einem Provisorium in den Kellerräumen der Katzenstation untergebracht waren.  Dies war sicherlich im Jahr 2009 ein wichtiger Punkt im Tierheim Reutlingen. Aber es gab auch weitaus mehr Themen, über die berichtet werden konnte.
 
So engagierte sich der Reutlinger Tierschutzverein mit einer Hauptgruppe von 15 Beteiligten an einer Demonstration gegen Tierversuche an Affen in den Tübinger Instituten. In Zusammenarbeit mit weiteren Tierschutzverbänden wurde über die Affenversuche aufgeklärt. Auch gegen den Zirkus Renz wurde demonstriert, da dort noch besonders viele Wildtiere gehalten werden, die in einem Zirkus nichts zu suchen haben. Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist eine tierschutzgerechte Haltung und Unterbringung unter Zirkusbedingungen nicht möglich. Ein weiteres Bestreben ist der Versuch, die Legehennen aus den Käfigen zu bekommen. Die Bezeichnung wurde zwar von Käfig auf Voliere geändert, jedoch sind die Plätze lediglich um zwei Bierdeckel größer geworden. Eier, die versteckt in Kuchen und Fertigprodukten verarbeitet sind, stammen weiterhin aus der qualvollen Käfighaltung. Dennoch ist erfreulich, dass sich das Konsumverhalten der Bevölkerung in Sachen Eierkauf aus Boden- und Freilandhaltung immer mehr im Vormarsch befindet.
Ebenfalls positiv zu vermelden sind Erfolge im Verbot der Einfuhr von Hunden- und Katzenfellen, sowie die Verbesserung zum Schutze der Primaten in Tierversuchen (obwohl dennoch weiterhin steigende Tierzahlen in Versuchen zu verzeichnen sind). Leider stellt die geplante EU-Tierversuchsrichtlinie hier wieder einen Rückschritt dar. Erste Schritte zum Zirkuszentralregister dienen dazu, die Bedingungen der Tierhaltung in Zirkusbetrieben nachhaltig und konsequent zu verfolgen. Allerdings ändert dies nichts an der Forderung der Tierschützer nach einem Haltungsverbot für Wildtiere im Zirkus.

Vorsitzender Herbert Lawo und die Mitgliederinnen des Vorstands beim Bericht zum Geschäftsjahr 2009
Im Bereich der Pressearbeit wurde durch die Pressesprecherin des Tierheims Reutlingen, Lisa Napholcz, sehr viel erreicht und professionalisiert. Die Aufklärungsarbeit konnte ausgebaut werden und das Tierheim ist immer wieder Anlaufpunkt für den SWR. Beiträge in der Presse wie „Wer nimmt mich“ oder Aufklärungen zum Thema „Keine Tiere schenken“ oder „Ausgesetzte Tiere“ waren ebenso wichtig wie auch ein TV-Auftritt unserer Tierärztin, Frau Dr. Susanne Greil, die in der Landesschau über das Thema „Übergewichtige Hunde“ berichten und auch Tipps zur Vermeidung geben konnte. Für all diese Pressearbeiten besteht ein sehr guter Kontakt zu den Zeitungen wie Reutlinger General-Anzeiger, den Reutlinger Nachrichten und das Schwäbische Tagblatt. Ohne diese gute Zusammenarbeit wären solche Aufklärungsarbeiten und Informationen über die Medien nicht möglich.
 
Genauso ist es wichtig, Tierschutz „vor Ort“ zu betreiben. Im August 2009 besuchte Herbert Lawo in seiner Eigenschaft als erster Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg zusammen mit Diana Fischer, der Vorsitzenden des Tierschutzfördervereins „HELLAS-FRIENDS“, die griechischen Orte Larissa und Volos um sich ein Bild von den dortigen Missständen zu machen.
„Hochinteressant, aber auch sehr deprimierend“ lauteten die Worte von Herbert Lawo. Die Zustände dort seien teils katastrophal. Es gibt dort keine Tierschutzorganisationen unserer Struktur, sondern mehrere Einzelkämpfer. Es geht darum, bessere Rahmenbedingungen für die dort lebenden Tiere zu schaffen. Angedacht wäre ein Austausch von deutschen und griechischen Tierpflegerinnen, die vor Ort ihre Erfahrungen einbringen bzw. umgekehrt hier sammeln können. Auch solle von deutscher Seite aus Hilfen in Form von Beratung und Know-How in Sachen Tierschutz angeboten werden. In Volos konnte die Delegation zusammen mit dem dortigen Bürgermeister mehrere Trinkbrunnen für streunende Hunde errichten, damit die Tiere bei der Hitze an frisches Trinkwasser gelangen können. Dies ist nur ein Projekt von vielen, das gemeinsam angegangen werden muss.
 
Auch hier im Raum ist die Zahl der Tierschutzmeldungen wieder leicht angestiegen. Insgesamt gab es 142 Meldungen über Beanstandungen, die überprüft werden mussten. Zur Zeit überprüfen 5 Tierschutzberaterinnen die Meldungen. „Da die Inspektorinnen für den gesamten Landkreis zuständig sind, müssen sehr viele km gefahren werden und insgesamt ist es ein sehr großer Zeitaufwand“, so Iris Großmann, die die Bearbeitung der Tierschutzfälle koordiniert und selbst mit bearbeitet. Freiwillige, die die Tierschutzberaterinnen unterstützen wollen, sind immer herzlich willkommen. Beispiele von ausgesetzten Tieren handelt von 2 Hundewelpen, die auf einem Parkplatz „entsorgt“ wurden und nur überleben konnten, weil eine Spaziergängerin sie fand. Die Nacht hätten sie bei der kalten Witterung nicht überlebt. Ein weiterer Fall handelt von einem Vogelweibchen, dass im offenen Käfig angebunden und mit 4 Babys ohne Wasser und Futter in Bad Urach zurückgelassen wurde. Solche Vorfälle sind für die Tierschützer immer wieder von neuem unbegreiflich.
 
Positives zu berichten wusste Erika Schwarz von der Jugendgruppe, die alles in allem sehr „aktiv“ ist. Inzwischen betreuen 11 Ehrenamtliche die Gruppe, die sich alle 2 Wochen samstags im Tierheim trifft. Das Programm ist sehr bunt, von Katzen streicheln, Hunde spazieren führen bis hin zu Nistkästen bauen. Ein Besuch der Jugendgruppe aus Wiesloch am 11. Juli 2009 durfte da nicht fehlen. „Die Kinder sind enttäuscht wenn es mal ausfällt“, so Erika Schwarz weiter.
 
Erfreuliches wusste auch Gudrun Walker als Schatzmeisterin zu berichten, als sie den Kassenbericht vorlas. Ein großes Plus sei momentan vorhanden, das aber auch nötig sei, weil man die Sanierung der Hundehäuser als nächstes voranbringen will. Dies wird das nächste Projekt sein, sobald die Arbeiten an der Zaunanlage abgeschlossen sind.  Auch freute sie sich über die Vergabe von Urkunden an Mitglieder, die bereits 40 oder 50 Jahre Mitglied im Verein sind. „So viele wie letztes Jahr waren es noch nie“, meinte Gudrun Walker stolz. Nachdem der Kassenprüfer Christian Schimke eine einwandfreie Buch- und Kassenführung bescheinigt hatte, wurde die Vereinsleitung einstimmig entlastet.
Viele Mitglieder des Vereins waren erschienen, um sich über das Wirken ihres Vereins zu informieren.
Da in diesem Jahr auch wieder Neuwahlen anstanden, übernahm Volker Stutz, zweiter Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, die Funktion des Wahlleiters.  Alle Vorstandsmitglieder wurden in Ihren Ämtern bestätigt: Herbert Lawo als erster Vorsitzender, Erika Schwarz als zweite Vorsitzende, Gudrun Walker als Schatzmeisterin, Karin Herzog als Schriftführerin und Iris Großmann als Fachbeisitzerin.
In den Beirat gewählt wurden:
Ralph Stepper, Alexandra Bailer, Alexandra Rahn-Schall, Nina Herzog, Volker Eisenhardt, Jeanette Goller, Julie Kerbler, Tobias Ziegler, Sonja Merkle, Nadine Wachtel und Melanie Steiger.
 
Ein besonderes Dankeschön sprach Herbert Lawo dieses Jahr auch den Gassigehern aus, die regelmäßig bei Wind und Wetter mit „ihren“ Patenhunden des Tierheims Reutlingen spazieren gehen und dabei versuchen, die Hunde verträglicher zu machen. Ein wichtiger Schritt bei der späteren Vermittlung der Hunde. Auch in diesem Jahr wurden wieder einige besonders „Verdiente“ hervorgehoben und mit einem Präsent bedacht. Dies waren Julie Kerbler und Heidi Renner für ihre flexible Aushilfstätigkeit sowie Ralph Stepper für seinen unermüdlichen Einsatz im Internet und am Computer.
 
Ein großes Anliegen war es Herbert Lawo, den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu danken, die immer wieder großen Einsatz leisten und ohne die ein Verein nicht existieren könnte, ebenso bei all den Mitgliedern des Tierschutzvereins. „Ein Verein ist nichts ohne seine Mitglieder“, betonte Herbert Lawo.
Volker Stutz, zweiter Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg überreichte auch in diesem Jahr ein Buchgeschenk für die Tierheim-„Bibliothek“ und ein Präsent für die Jugendgruppe.
Alle in Ihre Ämter für weitere zwei Jahre wieder gewählt (v.l.): 2. Vorsitzende Erika Schwarz, Schatzmeisterin Gudrun Walker, Schriftführerin Karin Herzog, Beisitzerin Iris Großmann,
1. Vorsitzender Herbert Lawo.

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