Happy-en(t)d – Kein Entendrama in diesem Jahr vor dem Reutlinger Rathaus
 
Seit mehreren Jahren brüten Enten in den Wasserbecken vor dem Reutlinger Rathaus. Wenn die Entenmutter nicht schon von Menschen, Hunden oder Wildtieren gestört wurde, kam es meist nach dem Schlupf der Küken zum Drama. Die besonders für Entenbabys ungünstige Lage und die Wasserqualität führten oft zum Tod der possierlichen Tiere. Das Reutlinger Tierheim hatte auch jetzt wieder Erfolg mit der Umsiedlungsaktion des Geleges.

Die Entenfamilie vom Reutlinger Rathaus konnte erfolgreich umgesiedelt werden

Es ist der guten Zusammenarbeit engagierter Mitarbeiter der Stadt Reutlingen und des Reutlinger Tierschutzvereines zu verdanken, dass es auch in diesem Jahr wieder gelungen ist, ein Entendrama vor dem Rathaus zu verhindern.
Seit Jahren brüten ein oder mehrere Entenpaare in den Wasserbassins vor dem Amtsgebäude. Schön anzuschauen, aber lebensgefährlich für Entenmutter und Nachwuchs. „Die Freude an den geschlüpften Küken währt meist nur kurz“, erklärt die Vorsitzende des Reutlinger Tierschutzvereins und Umgebung e.V., Birgit Jahn,
„ wenn nicht meist unsensible Zeitgenossen die Tiere versuchen zu fangen oder freilaufende Hunde die Enten jagen, wird die Wasserqualität den Kleinen zum Verhängnis.“ Chemische Zusätze, reingeworfener Müll und fehlende Nährstoffe haben in den vergangenen Jahren immer wieder zum Entenkükensterben geführt.
Da es sich um Wildtiere handelt, ist es weder einfach die Tiere einzufangen noch sie dazu zu bewegen, sich ihr Nest an anderer und sicherer Stelle zu bauen.
„Wir haben in diesem und letztem Jahr in permanentem Kontakt zu Tierfreunden im Rathaus gestanden und uns mit Vogelwarten und Wildtierexperten ausgetauscht, wie wir erfolgreich Mutter und Küken aus der Gefahrenzone bringen“, so Jahn.
Wenn die Jungen bereits ausgebrütet sind, ist nahezu unmöglich, die gesamte Familie einzufangen und an einen ruhigen See umzusiedeln. Vom Tierheim im Stettert aus täglich in die Innenstadt zu fahren ist beim Arbeitsaufwand im Tierheim nicht möglich, deshalb war man über die aktive und engagierte Hilfe aus dem Rathaus umso dankbarer. Die Empfehlungen der Vogelschutzwarte Konstanz war abzuwarten, bis die Ente ihre Eier gelegt hat und bereits einige Tage intensiv am brüten war. Dann kamen die Tierschützer ins Spiel, die in den frühen Morgenstunden, wenn noch kein hektischer Betrieb in der Fußgängerzone herrscht, mit Ruhe, Vorsicht und gut ausgerüstet erst die Mama mit einem Netz einfingen und in eine Transportbox packten und dann das Nest samt Eiern mit einer Styroporbox an einen sicheren See brachten.
„Wir sind glücklich über jedes gerettete Entenbaby, aber man darf auch nie vergessen, dass es Wildtiere sind und wir können nicht immer und überall sein und die schützende Hand darüber haben“, resümiert die Tierschutzvereinsvorsitzende.
Besonderen Dank gilt den Rathausbediensteten, ohne deren waches Auge und Einsatz auch am Wochenende keine Rettung möglich gewesen wäre und dem Ehepaar Wegener, Ehrenamtliche des Reutlinger Tierheims, die die Entenrettung seit dem letzten Jahr übernommen haben. Man mache sich seit langem Gedanken, wie man ein weiteres Brüten in den Wasserbecken verhindern kann, allerdings wird das mit einer Umgestaltung der Becken und natürlich auch Geldeinsatz verbunden sein.
Der Tierschutzverein bleibt mit der Stadt in Kontakt und wird versuchen, gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

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