Wolfgang Apel zu Gast bei der Mitgliederversammlung
 
 
Als „unser aller Chef“ begrüßte der erste Vorsitzende des Tierschutzverein Reutlingen, Herbert Lawo, den Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes e.V. Bonn, Herrn Wolfgang Apel, bei der diesjährigen Mitgliederversammlung. Herr Apel war zu Gast für die Mitgliederversammlung des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg am Samstag, 16. April, die ebenfalls in Reutlingen stattfand. Dabei  ließ er es sich nicht nehmen, der Mitgliederversammlung im Tierheim Reutlingen beizuwohnen. 
 
Herbert Lawo begrüßte neben Herrn Apel auch den zweiten Vorsitzenden des Landestierschutzverbands Baden-Württemberg, gleichzeitig Vorsitzender des Tierschutzvereins Wiesloch-Walldorf und Mitglied im Tierschutzverein Reutlingen, Herrn Volker Stutz, sowie Mitglied vom Erweiterten Vorstandes des LTSchV Baden-Württemberg, Frau Petra Deyringer-Kühnle.
Wolfgang Apel (r.) zu Gast bei der Mitgliederversammlung im Tierheim Reutlingen
In seinem Geschäftsbericht ging Lawo auf die verschiedenen Bereiche des Tierschutzes ein. Neben dem karitativen Tierschutz, der die Belange des Tierheimes betrifft, spielt auch der politische Tierschutz eine wichtige Rolle. Von diesen Aufgaben konnten sich viele Politiker in den letzten Monaten ein Bild machen, die während der Vorwahlzeit das Reutlinger Tierheim besuchten. Politisches Engagement im Tierschutz bedeutet oft ein zähes Ringen, dies betonte auch Wolfgang Apel in seiner Rede. In manchen Punkten hat sich dieses jedoch schon ausgezahlt.  So sollen neben einer stärkeren Reglementierung der Legehennenhaltung mit Verbot von Käfighaltung, dem Verbot der betäubungslosen Kastration bei Ferkeln sowie der Einführung strengerer Richtlinien zur Wildtierhaltung in Zoos - möglichst deren Verbot -  auch eine einheitliche Regelung der Haltungsvorschriften für Mastkaninchen eingeführt werden. Diese Erfolge sind nur dann zu erzielen, „wenn die Vereine, Institutionen und Tierschutzorganisationen gemeinsam mithelfen und auf Landes- und Bundesebene für den Tierschutz mit streiten“, so Wolfgang Apel. Vor allem im Kampf gegen die leider wieder steigende Zahl von Tierversuchen oder die Anbindehaltung von 120.000 Kühen in Baden-Württemberg muss weiter gekämpft und angeprangert werden, betonten Apel und Lawo gemeinsam. Dabei spielt die Aufklärungsarbeit eine wichtige Rolle. So kommt auch der  Pressearbeit des Reutlinger Tierschutzvereins eine wichtige Aufgabe zu, um die Aufklärungsarbeit in der Tierschutzzeitung, bei Kampagnen und in Pressemitteilungen leisten zu können. Lawo dankte dabei den örtlichen Medien für die Unterstützung beim Transport von Tierschutzthemen.
 
Über die zahlreichen Aktivitäten der Jugendgruppe des Reutlinger Tierheims, die sich jeden 3.ten Samstag trifft, berichtete Erika Schwarz, die 2. Vorsitzende des Vereins. Im Vordergrund steht dabei nicht nur der Umgang mit Tieren, die jugendlichen Tierschützer erfuhren z. B. bei ihrem jüngsten Besuch in einer Tierarztpraxis Wissenswertes über den dortigen Ablauf.
Iris Großmann, die als Koordinatorin der Tierschutzberaterinnen tätig ist, berichtete von 109 Tierschutzmeldungen, die im Jahr 2010 zu bearbeiten waren. Bei 18 Fällen musste das Veterinäramt oder die Polizei eingeschaltet werden. Damit leistet der Verein einen enormen Beitrag zur Entlastung von Behörden. Mit ihren vier ehrenamtlichen Mitstreiterinnen Hanne Hornung, Antje Greif, Liz Dentlinger und Irmgard Recht versuchen sie vor Ort Verbesserungen bei schlechten Tierhaltungen zu erreichen.  „Oftmals führt mangelndes oder nachlassendes Interesse zu solch schlechten Haltungen“, so Großmann in ihrem Beitrag, in dem sie auch konkrete vorgefundene Tierhaltungen aufzeigte.
 
Das Tierheim hatte auch im Jahr 2010 wieder viele Ereignisse, die Herbert Lawo in einer Auswahl Revue passieren ließ. Eine besondere Aktion war sicher der Besuch des Big Brother Kandidaten Klaus Aichholzer. Als im Jahr 2010 Big Brother bei RTL 2 gesendet wurde, bat „Big Brother Klaus“ bei seiner Rauswahl, für das Tierheim Reutlingen zu spenden. Daraufhin gingen etliche Spenden aus dem gesamten Bundesgebiet ein. Als er sich beim Herbstfest für eine Autogrammstunde ankündigte, waren zahlreiche Fans gekommen, die sich gerne in die Schlange stellten, um ihn live zu erleben und ein Autogramm von ihm zu bekommen.
Die Mitglieder konnten sich über die vielen Aktivitäten des Reutlinger Tierheims im Jahr 2010 freuen
Doch auch unzählige Tierschicksale blieben vergangenes Jahr leider nicht aus. Dies machte sich auch an den Tierzahlen bemerkbar. Knapp 2000 Tiere fanden Hilfe und Fürsorge bei den 15 (meist in Teilzeit arbeitenden) MitarbeiterInnen und momentan drei Auszubildenden. Auch aus anderen Landkreisen werden oftmals Tiere übernommen, wie bei den jüngsten Animal-Hoarding-Fällen, bei denen Tierheime auf gegenseitige Unterstützung angewiesen sind. Dies sieht auch Wolfgang Apel als wichtiger Aspekt. „Jedes zweite Tierheim steht vor dem finanziellen Aus und viele wissen nicht, wie sie Ihre Tiere unterbringen sollen. Die Vereine sollten deshalb gegenseitig zur Entlastung der Situation beitragen“, betonte er.  In diesem Zusammenhang verwies er auch auf den Auslandstierschutz. „Es sei wichtig, vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, anstatt die Tiere nach Deutschland zu bringen, da in den Tierheimen hier genügend Hunde zur Vermittlung stünden.  Diplomatie ist wichtig, um die Bevölkerung im Ausland auf den Tierschutz zu sensibilisieren“, sagte er.
 

Wolfgang Apel bei seiner Rede

Um den Tierschutz im Landkreis deutlich zu machen, werden jedes Jahr Programme wie Führungen, Vorträge zu Tierschutzthemen und Fortbildungen durchgeführt und besucht. So waren im vergangenen Herbst Tierheimmitarbeiterinnen bei einem Seminar über Tiersenioren im Tierheim. „Seither werden den Hunden verschiedene Kartons mit Leckerlis gepackt, die sie dann voller Freude und als Beschäftigungsmöglichkeit wieder auspacken dürfen“, erklärte Lawo. Die professionelle Tierschutzarbeit kann nur durch den überdurchschnittlichen Einsatz der MitarbeiterInnen und natürlich einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer bewerkstelligt werden. Diesen dankte Lawo ganz besonders. Für ihr tierschützerisches Engagement geehrt  wurden Max Klammer, Max Herfert, Elfriede Rieg und Petra Deyringer-Kühnle. Sie haben im vergangenen Jahr immer wieder alte und kranke Pflegetiere bei sich aufgenommen, die sonst kein Zuhause gefunden hätten. Max Herfert wurde in diesem Zusammenhang für seine inzwischen schon traditionelle Kolumne in der Tierschutzzeitung gedankt, die aus diesem Medium nicht mehr wegzudenken ist. „Ich freu mich sehr über die Möglichkeit, in dieser Zeitung meine Tierschutzgedanken weiter tragen zu dürfen“, waren daraufhin die Worte von Herfert.
 

Max Herfert, Max Klammer, Elfriede Rieg und Petra Deyringer-Kühnle wurden für ihr tierschützerisches Engagement geehrt

Schatzmeisterin Gudrun Walker konnte in ihrem Kassenbericht ebenfalls positives vermelden. Dank Erbschaften konnte im vergangenen Jahr ein deutlicher Überschuss vermeldet werden. Dieses Geld wird vor allem in den Bau der geplanten neuen Hundehäuser einfließen. Nachdem die Kassenprüfer Sarah Kallenbach und Christian Schimke eine einwandfreie Buch- und Kassenführung bescheinigt hatten, wurde die Vereinsleitung einstimmig entlastet. Die geplante Satzungsänderung wurde von den anwesenden Mitgliedern in allen Punkten einstimmig angenommen.

 

Zweiter Vorsitzender des LTSchV Baden-Württemberg Volker Stutz, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Wolfgang Apel und erster Vorsitzender Tierschutzverein Reutlingen Herbert Lawo begutachten den Modellentwurf der geplanten Hundehäuser

Zum Abschluss seines Jahresberichtes zeigte Herbert Lawo den Gästen die Neubaupläne anschaulich am  Modellentwurf. „Es gibt noch einige offene Punkte und Vieles, dass bei der Planung berücksichtigt werden muss“, betonte Lawo. Wolfgang Apel lobte das Tierheim Reutlingen mit seinen sehr aktiven Tierschützern und beglückwünschte den Vorstand und die Mitglieder des Tierschutzvereins Reutlingen für ihre hervorragende Arbeit.

Zurück