„Trennungsopfer“: Acht Kaninchen in drei Kartons ausgesetzt
In der Nacht vom 15. auf den 16. September 2008 wurden acht Kaninchen hinter dem  Kleintierhaus des Reutlinger Tierheimes ausgesetzt. Am frühen Dienstagmorgen fand ein Bauarbeiter die verängstigten Tiere, die ohne Futter und Wasser die kalte Nacht überstanden hatten. 

 

„Wir sind Trennungsopfer“ steht in fein säuberlicher Handschrift auf dem Karton, in dem vier weibliche Kaninchen eng zusammen kauerten. In zwei weiteren Kartons befanden sich je zwei Weibchen und zwei Männchen. Ein Bauarbeiter fand die Tiere am frühen Dienstagmorgen hinter der Baustelle für das neue Kleintierhaus und übergab sie den fassungslosen Mitarbeiterinnen.
Eine erste Untersuchung der Kaninchen zeigte, dass die Pflege der „Trennungsopfer“ bereits vernachlässigt worden war: Bei den Tieren ist das Fell teilweise sehr stark verfilzt, die Krallen waren bei allen zu lang und dadurch teilweise schon verformt. Ein Kaninchen hat eine Zahnfehlstellung, die auf falsche Ernährung zurückzuführen ist.
Für die Mitarbeiter des Tierheimes ist dies leider kein Einzelfall. Immer wieder machen es sich manche Menschen bequem und „entsorgen“ ihr Tier auf diese Weise. Doch Kleintiere, auch wenn sie in räumlicher Nähe zum Tierheim ausgesetzt werden, benötigen eine gehörige Portion Glück, um nicht zur Beute von Wildtieren zu werden, zu erfrieren, zu verhungern oder zu verdursten. Deshalb appellieren die Mitarbeiterinnen im Tierheim an Besitzer, die mit der Haltung überfordert sind, doch den Mut aufzubringen, ihre einstigen Lieblinge  im Tierheim abzugeben und nicht einfach auszusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich beim Aussetzen von Tieren um eine Straftat handelt, die mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden kann. Eventuelle Hinweise nimmt das Tierheim Reutlingen unter der Telefonnummer 07121/14480666 entgegen.


 
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