Pressemitteilung vom 17.07.2006
 
Urlaubszeit – Kleintiere ausgesetzt
 
Die Urlaubszeit ist leider immer noch für so manches Tier auch Schicksalszeit – es wird einfach ausgesetzt. So mussten allein vergangene Woche 32 Farb-mäuse und 4 Kaninchen von den Mitarbeitern des Reutlinger Tierheims aufgenommen werden, die kurzerhand in der Nähe des Tierheims ausgesetzt worden waren.
 
Eine aufmerksame Spaziergängerin entdeckte beim Morgenspaziergang auf einer Ruhebank am Fußweg zum Reutlinger Tierheim einen zugeklebten Schuhkarton mit der Aufschrift: „Wir sind Mäuse. Bitte helft uns!“ Nach erstem Entsetzen fasste sie sich ein Herz und brachte den Karton zum Tierheim. Dessen Mitarbeiter erlösten 32 Farbmäuse aus ihrem engen Gefängnis. Die wenigen Luftlöcher, die eingestanzt waren, reichten nicht. Um in dem vollgestopften Karton genügend Luft zu bekommen und der bedrückenden Enge zu entkommen, versuchten die Mäuse verzweifelt, die Luftlöcher zu vergrößern. Inzwischen wurden die Mäuse, darunter 17 trächtige Weibchen, im Kleintierhaus des Tierheims untergebracht.
 
 
Doch damit nicht genug. Schon am nächsten Morgen bei Arbeitsbeginn wartete die nächste „Überraschung“ auf die Tierheimleute: Ein Käfig mit 4 Zwergkaninchen war auf dem Parkplatz abgestellt, auch darunter ein trächtiges Weibchen.
 
 
Derzeit leider keine Einzelfälle, die das Tierheim vor große finanzielle und organisatorische Herausforderungen stellen. An die Lebensgefahr für die in der prallen Sonne entledigten Tiere gar nicht zu denken. Die Tierheimleute appellieren an das Verantwortungsgefühl der Tierhalter. Auch wenn man durch Überforderung, Geldnot o.ä. gezwungen sein mag, sich von den ehemals geliebten Tieren trennen zu müssen, so sollten die Tiere direkt im Tierheim abgegeben werden, um sie gut versorgt zu wissen. Zumal es sich beim Aussetzen von Tieren um eine strafbare Handlung handelt und mit Geldstrafe oder gar Gefängnis bestraft werden kann.
 
Zurück