7 Katzen innerhalb von 2 Tagen ausgesetzt
 
Sarkastisch formuliert könnte man fast meinen, in manchen Haushalten ginge eine wahre Entrümpelungsflut vor sich. Dabei werden nicht nur alte Staubsauger, Mikrowellen, Kleidung oder verschlissene Möbel weggeworfen. Nein! Auch Vierbeiner fallen der Entrümpelungsaktion zum Opfer. Es grenzt oft an Ohnmacht, wenn man miterlebt, wie mit manchen Tieren umgegangen wird.
 
Fall Tonjo und Antonjo: Beide wurden morgens von Tierheimmitarbeiterinnen entdeckt, als sie die Kadaverbox vor dem Tierheim öffneten. Diese Box dient in der Nacht ausschließlich der Polizei dazu, aufgefundene tote Tiere im Tierheim vorbeizubringen, die dann am nächsten Morgen von den Mitarbeiterinnen nach Tätowierung, Alter und Geschlecht untersucht werden, um die möglichen Besitzer informieren zu können. Doch diesmal lagen keine toten Tiere, sondern zwei lebende Kater in der Box. Beide noch sehr jung, wurden sie auf solche Art und Weise entsorgt. Antonjo - so wurde einer getauft - hatte eine Lähmung der hinteren Beinchen, er konnte sich nur mit seinen Vorderpfötchen vorwärts bewegen. Selbst Gänge aufs Katzenklo bereiteten dem hübschen Kater Probleme, er konnte sich kaum halten und kippte immer wieder um. Unsere Tierärztinnen konnten ihm leider nicht helfen. Antonjo musste eingeschläfert werden, denn sein Leben mit dieser Behinderung hätte für ihn unnötiges Leiden und Qualen bedeutet.

Tonjo hat einen wahren Albtraum erleben müssen.

Fall Zalo, Zuri und Zeno: Diese 3 Katzenkinder wurden vom Finder dem Notdienst des Tierheim Reutlingen übergeben. Er hatte die Kätzchen auf einem Rastplatz entdeckt. Sie waren in einen Karton gesteckt und so ihrem Schicksal überlassen worden. Man muss es immer wieder erwähnen: Wie feige müssen Menschen sein, die Tiere einfach sich selbst überlassen, anstatt sie im Tierheim abzugeben oder sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, ehe sie sich ein oder mehrere Tiere anschaffen. Diese armen Kreaturen werden von gefühllosen Menschen  gequält und misshandelt. Und von einer solchen Misshandlung muss man leider sprechen, denn wären sie ihrem Schicksal überlassen worden und keiner hätte sie gefunden, wären sie elendig verhungert!

Zalo und seine Brüder konnten dank eines Finders gerettet werden.

Fall Nemo und Dori: Auch hier wurden die Tiere vor dem Tierheim in einer Transportbox ausgesetzt. Diese Katzenbox bot den ausgesetzten Tieren wenigstens die Möglichkeit, nicht ersticken zu müssen. Wie lange sie in der Box ausharren mussten, ist uns nicht bekannt. Als die Box entdeckt wurde und die Katzen herausgenommen wurden, war das untergelegte Handtuch sehr stark verkotet. Wahrscheinlich hat auch die unsagbare Angst, die diese zwei in dieser Situation aushalten mussten dazu geführt, dass sie ihr „Unterkunft“ extrem verunreinigten. An der Transportbox hing noch ein Zettel mit den Namen der Tiere und der Bitte, für sie ein gutes Zuhause zu finden. Auch solche Fälle von Aussetzungen sind feige. Im Gegensatz zu den anderen Fällen jedoch haben die Besitzer sie wenigstens nicht irgendwo im Wald oder an sonstigen kaum frequentierten Stellen ausgesetzt, wo sie vielleicht niemand gefunden hätte!

Völlig verfloht wurde Nemo vor dem Tierheim ausgesetzt.

Das Tierheim bittet an dieser Stelle erneut alle Tierhalter, die aus irgendwelchen Gründen ihr Tier nicht mehr halten können oder wollen, wenigstens dafür zu sorgen, dass die weitere Zukunft des Tieres gesichert wird, indem das Tier im Tierheim abgegeben wird, damit von dort aus ein neues gutes Zuhause gefunden werden kann. Das ist das Mindeste, was die Tiere von „Ihren“ Menschen erwarten dürfen, denen sie auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

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