Vogelkindern helfen? JA aber RICHTIG!
 

Wie jedes Jahr erhalten wir im Moment wieder vermehrt Anrufe von besorgten Tierfreunden die vermeidlich hilflose junge Vögel finden und nicht wissen was sie mit ihnen machen sollen.
Sie sitzen unbeholfen in Bodennähe irgendwo im Gebüsch oder gar mitten auf der Straße, sehen irgendwie unfertig und hilflos aus. Manche von ihnen piepen jämmerlich, können mehr schlecht als recht fliegen und flattern scheinbar einsam zurückgelassen orientierungslos umher.
Kein Wunder, dass ein solches Spektakel nicht nur neugierige Katzen sondern auch Tierfreunde auf den Plan ruft.
Doch ACHTUNG! In fast allen Fällen handelt es sich NICHT um hilflose oder gar hilfsbedürftige Jungvögel!
Es ist völlig normal, dass Jungvögel noch nicht ganz fertig und untrainiert ihre Nester verlassen um eben genau das zu tun: Trainieren und Lernen fürs Leben! Und das beinhaltet nicht nur das Muskelaufbautraining sondern auch was in der großen weiten Welt alles fressbar ist und von was man selbst gefressen werden könnte… All das lernen sie von ihren weiterhin sehr bemühten Vogeleltern die ihre Schützlinge auch in dieser Zeit selbstverständlich weiterhin betreuen und auch füttern.
Damit ihre Kinder eine möglichst hohe Überlebenschance haben verteilen sich die Kleinen überall und versuchen sich möglichst unauffällig und doch immer in Bettelreichweite der Eltern aufzuhalten.

Leider ist es ganz natürlich, dass diese Zeit nicht alle der kleinen Schüler überleben. Auch das wird von der Natur bedacht und die Eltern brüten mehrmals im Jahr um den Fortbestand ihrer Art zu sichern.

Doch wie kann man nun richtig helfen?

Findet man nun einen dieser kleinen Schüler setzt man ihn am besten in ein höheres Gebüsch/Baum/Gebäude in der Nähe des Fundortes. Am besten so, dass ihn Fressfeinde nicht erreichen können, die Eltern ihn aber trotzdem finden. Keine Sorge, das Piepen des Jungvogels wird die Eltern auch nach(!) dem größten Trubel wieder anlocken. Aber sicher nicht solange noch zweibeinige Zuschauer in der Nähe stehen. Da für Vögel der Geruchsinn absolut nebensächlich ist macht es auch überhaupt nichts aus wenn man die Jungvögel direkt anfasst.

Aber die allerwichtigste Hilfe die man Vögeln und Wildtieren überhaupt bieten kann ist ihnen genug sichere Orte im Garten anzubieten. Denn wo Gebüsche, wilde Blumenwiesen, unordentliche Gartenecken und Bäume stehen da haben auch die etwas dubbeligeren Jungvögel beste Voraussetzungen ihr Trainingscamp erfolgreich abschließen zu können.

Wir Menschen können niemals die unglaublich engagierten und natürlichen Lehrer, nämlich die biologischen Vogeleltern, ersetzen. Denn wir haben doch erst Recht keine Ahnung wie man fliegt, wie man was frisst, wo man es findet und was man besser bleiben lässt ;D

Vielen Dank an alle die mit offenen Augen durch die Welt laufen und auch kleinen Geschöpfen Aufmerksamkeit und Hilfe geben. Nur bitte RICHTIG!

 






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