Wie viele Stacheln hat ein Igel?

 

Diese und weitere Fragen rund um den stacheligen Gesellen wurden beim Igel-Infotag am vergangenen Sonntag im Tierheim Reutlingen beantwortet. Dazu gab es bei strahlendem Sonnenschein ein buntes Programm für die ganze Familie.

 

Es ist Herbst. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, und die Anfragen im Tierheim häufiger: Wie mit einem Igel im eigenen Garten umgehen? Was tun, wenn so ein vermeintlich hilfloser stacheliger Geselle gefunden wird? „In vielen Fällen ist es am besten, den Igel vor Ort zu lassen«, stellt Nina Herzog fest. Nur in Ausnahmefällen sollte man ihn aus seiner natürlichen Umgebung heraus und vorübergehend zur Pflege mit nach Hause nehmen. Besser sei es, dem Igel zu ermöglichen, ein Winterschlafnest einzurichten. „Es hilft schon, wenn man sich im eigenen Garten eine wilde Ecke einrichtet und Blätter liegen lässt“, erklärt Nina Herzog. Die Tierpflegerin im Reutlinger Tierheim informierte in einem Vortrag und mit einem anschließenden Film über die Lebensweise des Igels. Sie gab Tipps zur Überwinterung, Pflege und Auswilderung des nützlichen Wildtieres, das sich der Kulturlandschaft anzupassen versucht.

Dabei können ihn die Menschen unterstützen. Im heimischen Garten zum Beispiel kann ein leicht zu bauendes Futterhaus dafür sorgen, dass sich der Igel nicht nur wohl fühlt, sondern dass keine anderen Tiere ihm das Futter streitig machen. Eine Bauanleitung dafür gibt es im Tierheim, dazu viele weitere Broschüren und Informationsmaterial. Verletzte, kranke oder verwaiste Igel bräuchten jedoch unbedingt fachkundige Hilfe von Igelbetreuern oder Tierärzten.

Eine weitere Attraktion war der Stand der Fledermaushilfe Baden-Württemberg. Für viele Besucher bot sich die Gelegenheit, eine Fledermaus aus unmittelbarer Nähe zu sehen und Informationen über diese Lebewesen zu erhalten. Wie die Igel brauchen auch Fledermäuse den Schutz und die Erhaltung ihres Lebensraumes, damit manche Arten, die in ihrem Bestand bedroht sind, überleben können.

Neben den Informationen über Fledermaus und Igel - der übrigens etwa 16 000 Stacheln hat - gab es ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie: Flohmarkt, Kinderschminken, verschiedene Infostände, wie etwa der Jugendgruppe des Tierheims, für Kosmetik ohne Tierversuche und der Initiative gentechnikfreies Ermstal, sowie Besuche bei Hunden, Katzen und Kleintieren.

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