|
Wohnungskatzen in der Diskussion Warum das Reutlinger Tierheim keine Katzen ohne Freilauf vermittelt: Aus verschiedenen Gründen häufen sich im Tierheim die Anfragen nach reinen Wohnungskatzen. Die Wohnsituation lässt es oft nicht zu, Katzen Freilauf zu gewähren. So z. B. müssten in größeren Mehrfamilienhäusern einige Treppen oder gar ein ganzes Treppenhaus überwunden werden, um ins Freie oder von dort wieder zurück in die Wohnung zu gelangen. Befahrene Straßen oder gar eine Hauptstraße in der näheren Umgebung können ein weiteres Hindernis und gleichzeitig eine große Gefahr für die Katze bedeuten. Viele Katzenhalter haben Angst aufgrund früherer schlechter Erfahrungen eine neue Katze hinauszulassen. Die letzte wurde beispielsweise vergiftet, überfahren oder kam einfach nie mehr wieder. Die Ängste dieser Menschen können von jedem Tierfreund nachempfunden werden. Für die Tierpflegerinnen des Tierheims muss jedoch das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen!
Glücklicherweise erkennen einzelne Tierhalter rechtzeitig selbst, dass sie dem Freiheitsdrang ihrer Vierbeiner nicht genügen können, wenn sie sie ausschließlich in der Wohnung halten. Diese Tiere landen im Tierheim mit der ausdrücklichen Bitte, ein neues Zuhause mit Freilauf für sie zu suchen. Selbstverständlich gibt es Ausnahmefälle, in denen es zum Wohl der Katze sinnvoll erscheint, diese nur in die Wohnung zu vermitteln. Dazu gehören schwere Gehbehinderungen, Erblindung oder sonstige Erkrankungen, die ein Leben außerhalb der Wohnung unmöglich machen. Wir meinen jedoch, dass es einer Katze im "Normalfall" erlaubt sein sollte, ihren natürlichen Instinkten zu folgen. Dazu gehören bei Wind und Wetter ihrem großen Bewegungsdrang nachzugehen, auf Bäume zu klettern, Mäuse zu jagen oder einfach nur in der Sonne zu dösen. Im Gegensatz dazu lebt die Wohnungskatze in einer sehr reizarmen Umgebung, die ihr schon nach kurzer Zeit keinerlei Abwechslung mehr bietet. Aus diesen Gründen sollte man sich eine Katze nur dann anschaffen, wenn sie artgerecht, d. h. mit Freilauf gehalten werden, kann. Wenn diese Argumente nicht überzeugen können, oder wer bereits eine Wohnungskatze hat, die aus o. g. Gründen nicht ins Freie gelassen werden kann, sollte wenigstens folgende Punkte beachten: Den Bewegungs- und Spieldrang unterstützen durch regelmäßiges Spielen und wechselnde Beschäftigungsmöglichkeiten. Zweckmäßig ist es, Kletter- und Versteckmöglichkeiten z. B. in Form von Kratzbäumen zu bieten. Mit Vorliebe wird von Katzen ein Ruhe- und Beobachtungsplatz am Fenster angenommen. Besonders bei berufstätigen Personen ist es ratsam, eine Zweitkatze anzuschaffen. So können auch soziale Verhaltensweisen, wie gegenseitiges Putzen und Spielen, ausgelebt werden. Völlig abzuraten ist es, eine Katze, die bereits Freilauf hatte, auf eine reine Wohnungshaltung umstellen zu wollen. Denn es ist unbestritten grausam, eine an Freiheit gewöhnte Katze willkürlich einzusperren.
|
| Zurück |