Tierheimhund = Problemhund?

Aaron
Eleisa
Jannik

Wenn sich jemand mit dem Gedanken trägt, einen Hund anzuschaffen, kommt meist auch die Überlegung, ob man nicht einfach mal ganz unverbindlich durch ein Tierheim schlendern sollte, um sich auch dort die Hunde anzuschauen. Und manchmal passiert dann folgendes: Man sieht so einen netten Kerl in seiner Unterkunft sitzen, seine großen Augen schauen einen hilfesuchend an und es ist um einen geschehen. Dieser Hund soll es sein und kein anderer! Bei einem Gespräch mit den Hundepflegern erfährt man dann, sofern etwas darüber bekannt ist, die Vorgeschichte des Hundes und man kann entscheiden, ob der Hund zu einem passt oder nicht. Wenn dann noch die "äusseren" Umstände in Ordnung sind, steht dem neuen Hundeglück eigentlich nichts mehr im Wege.

Was ist jedoch, wenn der Hund ein Fundtier ist und niemand genau weiß, wie der Hund aufgewachsen ist und wie er bisher gelebt hat? Kompetente Hundepfleger können in so einem Fall nach einer gewissen Zeit den Charakter des Hundes einschätzen und Ihnen auch Tipps und Ratschläge geben. Dies soll lediglich eine Hilfestellung sein und darf keinesfalls als Bevormundung missverstanden werden. Die Erfahrung zeigt: Je gründlicher die Vorbereitungszeit (Gespräche mit den Hundepflegern, lange Spaziergänge mit dem Hund, evtl. ein "Ganztages-Test" zu Hause), desto weniger Probleme treten hinterher auf. Es ist ganz normal, dass der Hund nach ca. 2-3 Wochen austestet, welchen Rang er innerhalb der neuen Familie einnimmt. Wenn man einen Hund neu übernimmt, sollte man sich deshalb gleich zu Anfang überlegen: Was will/kann ich meinem Hund, auch in Zukunft, erlauben und was nicht (z.B. darf mein Hund aufs Sofa, ins Schlafzimmer usw.).

Wichtig ist: Regeln, die man einmal aufgestellt hat, sollte man auch konsequent einhalten. Ständiges Hin und Her verwirrt den Hund nur und untergräbt eine gute Erziehung. Ein zweiter, fast noch wichtigerer Faktor ist Zeit und Geduld. Man kann nicht erwarten, dass alles gleich reibungslos abläuft, da sich Mensch und Hund mit den jeweiligen Gewohnheiten und Ansprüchen erst zusammenfinden und aneinander gewöhnen müssen. Wenn etwas nicht gleich so klappt, wie man sich das vorgestellt hat, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Jeder verdient eine 2. (oder auch 3.) Chance. Erfolge stellen sich schnell ein, man darf nur nichts überstürzen. Lieber in kleinen Schritten an etwas herantasten, damit Mensch und Hund nicht überfordert werden.

Für jeden Hund (ja, für jedes Tier) – nicht nur für solche aus einem Tierheim – und gleichgültig ob jung oder alt: am Anfang steht immer eine Eingewöhnungszeit, die viel Arbeit erfordert. Wenn man sich dies bewusst macht und zu Herzen nimmt, wird Ihr Hund aus dem Tierheim ein dankbares und anhängliches Familienmitglied, das Ihnen viel Freude bereitet.

Senta
Arco
Anton

 

Was beim Fund eines Tieres zu tun ist ...

Dusty
Fletschi
Fundhund

Fund eines Haustieres

Jeder Tierfreund kennt folgende Situation: Man ist in der Stadt beim Einkaufen, beim Spazierengehen oder mit dem Auto unterwegs und sieht plötzlich ein einsames Tier orientierungslos zwischen Menschen oder auf einer viel befahrenen Straße umherirren.

Wer Mut und Courage hat, wird in solch einer Situation nicht weg schauen, sondern versuchen, dem Tier zu helfen. Oft ist aber die Frage, was genau zu tun ist.

Notwendig ist zu allererst, das Tier daran zu hindern, wieder wegzulaufen, es also z. B. mit einer Hundeleine, einem Gürtel oder was man sonst zur Hand hat einzufangen. Suchaktionen sind sehr zeit- und personalintensiv und deshalb oft kaum zu leisten. Außerdem kann das Tier dann nicht mehr den Verkehr oder die sonstige Umwelt gefährden und ist auch selbst vor Gefahr sicher.

Wenn möglich, bringen Sie das Tier dann ins Tierheim. Sollten Sie nicht wagen, das fremde, vielleicht ängstliche Tier anzufassen (hier ist eventuell auch Vorsicht geboten), locken Sie das Tier dorthin, wo es nicht wieder die Flucht ergreifen kann. Denkbar wäre ein eingezäuntes Grundstück oder ein Vorraum eines öffentlichen Gebäudes.

Kann das Tier nicht mehr weglaufen und ist erst einmal außer Gefahr, verständigen Sie die Polizei. Die Hundestaffel oder eine Streife wird Ihnen das Tier abnehmen und alles weitere für Sie erledigen. Vielleicht wird das Tier bereits vom Besitzer vermisst oder es wird ins Tierheim gebracht, wo im Falle einer Tätowierung oder eines Chips der Besitzer ausfindig gemacht werden kann. Sollte dem nicht so sein, werden die Pflegerinnen des Tierheimes ein für das aufgegriffene Tier gutes neues Zuhause suchen.

Sollten Sie ein totes Haustier finden, können Sie das entweder selbst zum Tierheim bringen oder aber Gemeinde, Polizei oder Tierheim informieren. Der genaue Fundort ist wichtig. Auch ein totes Haustier wird man auf eine Tätowierung oder einen Chip hin untersuchen, damit dem Besitzer Gewissheit gegeben werden kann, was mit seinem Tier passiert ist. Über Tätowierungslisten lassen sich die Besitzer eines Tieres ausfindig machen.

Nicht nur deshalb die Bitte: Lassen Sie ihr Tier tätowieren!

Es nützt Ihnen und dem Tier (z.B. darf es nicht in einem Tierversuchslabor landen).

Hasen

Fund eines Wildtieres

Insbesondere im Herbst, wenn die Gefahr von Wildwechsel steigt, kommt es häufig vor, dass man tote oder angefahrene wilde Tiere auffindet.

Für den aktiven Tierfreund ist es in erster Linie Pflicht nachzuschauen, ob das Tier tot ist oder "nur" verletzt.

Ist das Tier verletzt und kann man es anfassen und transportieren, muss es zum Tierarzt. Viele Tierkliniken und Tierarztpraxen haben einen Notdienst, der Tag und Nacht erreichbar ist. Solche Informationen findet man u. a. im Wochenblatt oder der Tageszeitung unter "Bereitschaftsdienste".

Viele Helfer haben Angst, für ihre Hilfe auch noch für teure Tierarztkosten gerade stehen zu müssen. Diese Angst ist unbegründet. Sie müssen jedoch deutlich machen, dass es sich um ein Fundtier handelt. Bei Zweifeln über die Zuständigkeit bezüglich der Kosten klärt das der Tierarzt mit dem Tierheim.
Sie müssen selbst nicht zahlen!

Bei Wildunfällen mit größeren Tieren empfiehlt es sich immer, die Polizei zu rufen. Denn der Tierkadaver ist eine Gefahr für den nachfolgenden Straßenverkehr. Außerdem können, falls das Tier noch lebt und verletzt ist, Maßnahmen ergriffen werden, um dem Tier zu helfen oder es zumindest schnell von seinen Leiden zu erlösen.

Unser Notdiensttelefon im Tierheim Reutlingen:

Der Telefonnotdienst des Tierheims Reutlingen ist rund um die Uhr besetzt. Sie können uns jederzeit erreichen. Doch bitte bedenken Sie, dass die damit betrauten Personen diesen Dienst für Notfälle anbieten. Rufen Sie deshalb bitte nur in Notfällen dort an und fragen Sie z. B. nicht nachts um elf nach den Öffnungszeiten des Tierheims.... Wenn dieser Dienst vor Ort im Einsatz ist, kann es u. U. geschehen, dass die Verbindung zum Mobiltelefon kurzfristig nicht funktioniert.

Unser Notdienst ist dafür da, bei Bedarf Tiere im Tierheim jederzeit aufnehmen zu können. Da jedoch nicht ständig ein Tierarzt anwesend ist, können verletzte Tiere nicht immer im Tierheim versorgt werden. Bitte wenden Sie sich dann sofort an eine Tierklinik, auch um wertvolle Zeit zu sparen, in der das Tier leidet und wir im Tierheim nicht mehr unternehmen können, als Sie an einen Tierarzt weiterzuleiten. Wenn Sie ein Tier ins Tierheim bringen müssen, rufen Sie unbedingt vorher an, damit geklärt werden kann, ob der Notdienst vor Ort oder etwa außerhalb im Einsatz ist.

Bestimmte Tierarten, z.B. hilfebedürftige Igel oder Wildvögel, auf die andere Stellen spezialisiert sind, wird das Tierheim ggf. weiterleiten.

Alle Fragen, die keine Notfälle betreffen, erhalten Sie während der – fast täglichen – Öffnungszeiten des Tierheims. Bitte blockieren Sie den Notdienst nicht durch solche Angelegenheiten sondern nutzen Sie ihn für Notfälle.

Katzen – kastrieren oder sterilisieren?

Ratte auf dem Arm

Viele Katzenhalter glauben, dass Katzen sterilisiert und Kater kastriert werden. Das ist jedoch falsch. Sowohl Katze als auch Kater werden normalerweise kastriert, d. h. Eierstöcke bzw. Hoden werden komplett entfernt. Bei der Sterilisation werden lediglich die Samen- bzw. Eileiter durchtrennt. Dadurch werden die Tiere zwar unfruchtbar gemacht, ihr hormonell gesteuertes Verhalten verändert sich jedoch nicht! Der Kater wird weiterhin sein Revier markieren, herumstreunen, die Katze wird trotzdem rollig und schreit unablässig auf der Suche nach einem Kater, streift ruhelos umher. Diese für den Katzenhalter doch recht unangenehmen Folgen lassen sich durch eine Kastration weitgehend vermeiden, weshalb sie auch von Tierärzten befürwortet und praktiziert wird.

Verschiedene Vorurteile bezüglich Verhaltensveränderungen bei kastrierten Tieren wie Fettleibigkeit, Trägheit, schlechte Mäusefänger usw. lassen keinen direkten Zusammenhang mit einer Kastration erkennen. Im Gegenteil: dadurch, dass die Tiere ihren Geschlechtstrieb verlieren, werden sie zu angenehmen, ausgeglichenen und reinlichen Hausgenossen. Eventuelle Gewichtszunahme kann mit geeignetem Futter kompensiert werden. Mäuse werden trotzdem noch gefangen. Man sieht kastrierte Tiere nur seltener mit einer Maus im Maul, da sie sie meist gleich verspeisen und nicht erst zu einem etwaigen Wurf schleppen müssen. Kater verlieren zudem ihre Rauflust und reduzieren ihre Streuner-Ausflüge, was ihnen ein zufriedeneres und sichereres Dasein beschert und natürlich auch ihre Lebenserwartung erhöht, ebenso wie bei Katzen. Auch die immer noch zu hörende Aussage, Katzen müssten vor der Kastration einmal Junge gehabt haben, ist völliger Unsinn.

Wann der richtige Zeitpunkt für eine Kastration ist, sollte je nach Entwicklungsstand des Tieres mit einem Tierarzt besprochen werden. Um die alljährliche Flut von Katzenwelpen einzudämmen, ist nach modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Kastration zwischen dem 4. und 8. Lebensmonat zu empfehlen, da die Tiere bereits mit ca. 4 – 5 Monaten geschlechtsreif bzw. zeugungsfähig sind.

Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne während der Öffnungszeiten zur Verfügung.

Ihr Tierheim

Die Hausratte

Ratte auf dem Arm

Wer die klugen Nager einmal kennenlernen durfte,
schreit nie wieder: Igitt, eine Ratte!

Die Vorfahren aller Ratten, die als Heimtiere gehalten werden, stammen von der Wanderratte ab. Bereits 1890 wurde die weiße Laborratte gezüchtet, die in erster Linie zu Tierversuchszwecken gehalten wurde. Im Laufe von Generationen entstand durch Inzucht unsere sogenannte Haus- oder Farbratte.

Wer jetzt aber annimmt, dass diese Tiere dumm oder unsauber seien, muss eines besseren belehrt werden. Diese Tiere sind hoch intelligent, sauber, schlau und unwahrscheinlich anpassungsfähig.

Die Ratte hat ein sehr stark ausgeprägtes Sozialverhalten und lebt in einem Rudel. Bei uns im Tierheim sind alle Männchen kastriert und somit werden unsere Tiere mindestens zu zweit, gerne aber auch zu dritt oder viert vermittelt. Nun denken wahrscheinlich viele Leute, wenn meine Ratte mit einem Partner zusammen ist, wird sie oder er keine so intensive Bindung an den Menschen aufbauen, doch diese Befürchtung ist unbegründet, zwei oder mehrere Tiere werden ebenso zutraulich, wie eine einzelne Ratte.

Rattenduo

Leider gibt es immer noch keine artgerechten Rattenkäfige im Fachhandel. Die bewegungsfreudigen Tiere benötigen einen großen Käfig mit der Möglichkeit zum klettern, verstecken, spielen, nagen und sie benötigen einen Platz, um sich zurück zu ziehen.

Da Ratten sich gerne beschäftigen und spielen hier nun einige Vorschläge für einen "interessanten" Käfig: Schale mit Vogelsand, Klettertaue, Papprollen, Papierschnipsel, Äste, Wurzeln, Laub, Hängematte zum schaukeln, Leitern und Steine.

Ratten im "Käfig"

Selbst wenn die Ratten nun einen wunderschönen großen Käfig haben, möchten sie Kontakt zu uns Menschen und benötigen mindestens einmal am Tag ihren Auslauf.

Eine gesunde und ausgewogene Kost ist für die Nager äußerst wichtig. Frisches Obst wie z. B. Apfel, Banane, Birne und Weintraube und Gemüse wie Tomaten, Karotten, Gurken, Blatt- und Feldsalat, Futterrüben und Löwenzahn runden den Speiseplan ab. Neben gemischtem Körnerfutter, allerdings nur sehr begrenzt, da die Ratten zu Fettlebigkeit neigen, benötigen die Nager 1-2 mal die Woche eiweißreiches Futter wie Joghurt , Käse und Mehl- oder Regenwürmer. Sie sollten auch immer etwas zum nagen im Käfig haben, um die Zähne abzuschleifen. Hier könnte man Zweige von Obstbäumen, Birke oder Buche anbieten oder aber auch mal ein getrocknetes Brot. Täglich muss nicht nur das Futter gewechselt werden, sondern auch das Trinkwasser.

Ratte im Häuschen

Falls Sie nun Lust auf diese lustigen Kameraden bekommen haben, gibt es eine Informationsbroschüre vom Deutschen Tierschutzbund, erhältlich im Reutlinger Tierheim oder aber Sie schauen einfach zu unseren Öffnungszeiten einmal bei uns vorbei. Unser Personal wird Sie gerne beraten.

Verschenken Sie kein Tier - sondern das Buch dazu!

Mit der Adventszeit beginnt die Zeit der Besinnung und des Schenkens.

Es ist aber nicht mehr nur eine wunderschöne Sitte zu schenken: Gerade in dieser Zeit werden auch Tiere als Geschenk missbraucht.

Kinderwünsche können offensichtlich gerade zu Weihnachten nur schwer übergangen werden. Und so sind sie dann unter dem Weihnachtsbaum zu finden: Hunde, Katzen, Hasen, Hamster, Vögel, Meerschweinchen und viele andere Tierarten.

Vor Anschaffung der "Geschenke" wird jedoch oft vergessen, die wichtigsten Fragen zu klären:
Welches Tier passt zu mir?
Welches Tier kann ich bei meinen gegebenen Wohnverhältnissen aufnehmen?
Gestattet der Vermieter eine Tierhaltung?
Hunde, Katzen und manche Kleintiere können über 15 Jahre alt werden! Sind diese Jahre für uns überschaubar, so dass wir stets gut für das Tier sorgen können?
Habe ich genügend Zeit und Geduld, mich mit dem Tier ausreichend zu beschäftigen?
Sind alle Familienmitglieder mit dem Tier als Hausgenosse einverstanden?
Habe ich genügend Geduld und Toleranz, wenn mein Tier, vor allem als junges Tier, Unordnung verursacht oder Beschädigungen anrichtet?
Haben wir uns über die Anforderungen des Tieres bezüglich Pflege, Verhalten usw. ausführlich informiert?
Ist jeder in der Familie bereit, ein krankes Tier zu pflegen, auch wenn sich die Krankheit länger hinzieht und von unangenehmen Nebenerscheinungen, wie Erbrechen oder Durchfall, begleitet ist?
Bringe ich das Geld für die notwendige ärztliche Versorgung auf, für Schutzimpfungen, Hundesteuer, Haftpflichtversicherung?
Ist die Unterbringung im Urlaub geregelt, wenn das Tier nicht mitgenommen werden kann?

Bei Hunden:

Bin ich oder ein anderes Familienmitglied bereit, dem arteigenen Bewegungsbedürfnis, auch bei Regen, Wind, Schnee und Eis, mehr als nur ein "kurzes Gassigehen" anzubieten?

Wenn nur eine dieser Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann, ist es besser, auf die Anschaffung eines Tieres solange zu verzichten, bis alle Voraussetzungen erfüllt sind!

Kurz nach den Feiertagen werden die Tierheime wieder "überschwemmt" mit Hunden, Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Hamstern, Vögeln, Ratten und vielem mehr.

Wenn wieder der Alltag einkehrt, kommen die Probleme: "Wer versorgt das Tier, wenn alle bei der Arbeit sind? Der Hund ist noch nicht stubenrein und kann nicht viele Stunden alleine bleiben! Die Katze will raus und zerkratzt die Türen! Der Hamster will tagsüber schlafen und ist nachts aktiv; doch dann stört er den Schlaf der Kinder! Die Zierratten haben Nachwuchs bekommen, weil man versehentlich ein Pärchen gekauft hat und das männliche Tier nicht kastriert ist usw.

Deshalb:
Verschenken Sie zunächst Bücher über Tiere allgemein oder über die eventuell mögliche Tierart! Das Tier sollte erst dann hinzukommen, nachdem zuvor alle oben gestellten Fragen positiv geklärt und alle Beteiligten gut informiert sind. Und natürlich nur aus dem Tierheim!

 

Papageien, Sittiche und Co.

Papageien

Seit einiger Zeit kümmere ich mich ehrenamtlich um Abgabe- und Fundvögel im Tierheim Reutlingen. Ich betreue Pensionstiere und vermittle Abgabe- und nicht abgeholte Fundvögel an Interessenten. Da ich dadurch viel Kontakt mit Tierhaltern habe, sammelte ich auch reichlich Erfahrungen, die nicht immer positiv, oft sogar äußerst erschreckend waren.

Häufig sind Fehler bei der artgerechten Haltung von Ziervögeln weniger auf bösen Willen ihrer Besitzer, als vielmehr auf einen Mangel an Informationen über deren Haltung zurückzuführen.

Erfahrungen

Immer wieder kommt es vor, dass das anfangs süße Tier schnell aus Desinteresse beiseite gestellt wird und seine Pflege zur Last fällt. Auch die Anschaffung so genannter "unkomplizierter" Ziervögel will gut überlegt sein; und viele liebe Eltern verfallen der Illusion, ihr Kind, das unbedingt ein Haustier haben möchte, würde wirklich dauerhaft für das Tier Sorge tragen und die Verantwortung übernehmen!

Auch werden in einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft Ziervögel gerne zu Dekorationszwecken angeschafft. Kürzlich bekam ich einen Wellensittich, der nach Angabe einer Tierfreundin, die sich seiner annahm, als "Spaßgeschenk" gedacht war - bei der Beschenkten aber schlecht ankam. Glück für das "Spaßgeschenk", dass es ins Tierheim gebracht wurde und nicht "zufällig" durch ein offenes Fenster entflog ... Weitere Beispiele schlechter Haltung waren Papageien, die in Käfigen gebracht wurden, in denen sie nicht einmal ihre Flügel ausbreiten konnten und die mit Sitzstangen ausgestattet waren, so dick wie Bleistifte. Einzelne Wellensittiche in viel zu kleinen, allenfalls zum Transport geeigneten Käfigen, ohne Freiflugmöglichkeit, sind bedauerlicherweise sehr häufig. Dass Tierhalter ihr Tier mit dem falschen Futter bedachten, kam auch schon vor. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Mangel an Information

Schön sind sie: Ziervögel, die es in großer Artenvielfalt in Zoohandlungen und "Zoosupermärkten" zu kaufen und bewundern gibt. Vergessen wird oft, dass es sich bei diesen hübschen, allgemein als unkompliziert betrachteten Haustieren um Lebewesen handelt, für die man mit der Kaufentscheidung auch Verantwortung übernommen hat. Und das nicht kurzfristig, sondern für ein ganzes Tierleben lang. Dabei kann z. B. ein Graupapagei durchaus 80 Jahre alt werden; es gilt also, sich Gedanken zu machen, was aus dem Tier wird, wenn man selber nicht mehr in der Lage ist, es zu versorgen.

Für den Informationsmangel der Tierhalter sind häufig die Tierhandlungen verantwortlich. Dort muss es zwar eine Person mit der erforderlichen Sachkunde geben, von dieser Person wird man in der Regel jedoch nicht bedient, sondern von einem Verkäufer, der sonst vielleicht Blumentöpfe verkauft. Der Verkauf von Tieren erfordert keine fachspezifische Ausbildung. Ein weiteres Problem ist, dass die Tiere solcher Zoohandlungen oft völlig überzüchtet sind, da die Vogelweibchen ununterbrochen brüten müssen. Sie sitzen ihr kurzes Leben lang im Brutkasten, sehen zwischen zwei Bruten kaum das Tageslicht, bis sie in völliger Erschöpfung sterben. Ihre Nachkommen sind wesentlich weniger widerstandsfähig und haben eine weit geringere Lebenserwartung. Der kommerzielle Handel mit Tieren ist unter diversesten Aspekten problematisch. Anzuführen sind vor allem sogenannte "Wildfänge"; Vögel die in der Wildnis eingefangen werden, und wenn sie den strapaziösen Transport nach Europa überhaupt überleben, eingesperrt niemals glücklich werden. Vom Kauf solcher Vögel, auch nicht aus Mitleid, ist unbedingt abzuraten, da dieser Handel i. d. R. verboten ist und auf alle Fälle unterbunden werden muss!

Ziervögel und ihre Bedürfnisse

Einige Grundregeln, die Sie bei der Anschaffung von Ziervögeln unbedingt beachten sollten:

  • Vor allem Wellensittiche und Kanarienvögel sind Schwarmvögel und sollten mindestens (!) zu zweit gehalten werden. Ihre Einzelhaltung ist Tierquälerei. Auch kann der Mensch einen Artgenossen nicht ersetzen. Achten Sie bei einem Kauf darauf, ob sich vielleicht schon ein Pärchen gefunden hat und nehmen Sie beide Tiere. Sie werden mit Zweien mehr Freude haben, da gerade Wellensittiche erst in Gesellschaft ihr ausgeprägtes Sozialverhalten ausleben können. Entgegen der landläufigen Meinung können auch Pärchen mit der notwendigen Geduld handzahm werden!

  • Auch bei anderen Vogelarten gilt: zu zweit lebt es sich besser als völlig allein. Versuchen Sie bitte, sich in die Lage Ihres Tieres zu versetzten! Bei Papageienvögeln kann es mitunter länger dauern, bis die Vögel aneinander gewöhnt sind. Sie sollten zur Gewöhnung zunächst in getrennten Käfigen gehalten werden.

  • Sehr wichtig für die Gesundheit Ihres Tieres ist täglicher Freiflug. Es handelt sich nämlich um einen Vogel. Dessen wichtigstes Merkmal ist, dass er fliegen kann und muss, um körperlich fit zu bleiben und lange und vor allem zufrieden zu leben.

  • Geben Sie Ihrem Vogel zum handelsüblichen Körnerfutter Frischfutter und verzichten Sie auf kalorienhaltige Vogelkräcker. Viele Vögel, die sich ungenügend bewegen, sind viel zu dick! Ein paar grüne, ungiftige Zweige zum drauf sitzen bringen Abwechslung in den Käfig und bringen Freude beim Abschälen.

  • Achten Sie bitte auf besondere Charakteristika der Vogelart. Wellensittiche sind sehr verspielt. Es sollte unbedingt Spielzeug im Käfig vorhanden sein (von Spiegeln sollte abgesehen werden). Kanarienvögel lieben es, zu baden. Es sollte unbedingt eine Vogelbadewanne vorhanden sein, nur um einige Beispiele zu nennen.

"Wichtig: Zu bedenken ..."

Einige Dinge, auf die Sie sich gefasst machen sollten, damit die Entscheidung für Ziervögel nicht bereut wird:

  • Jedes Haustier verursacht Schmutz. Insbesondere der Federstaub von Vögeln ist nicht zu unterschätzen, vor allem bei großen Papageien sollte das unbedingt bedacht werden. Dieser Federstaub kann auch zu allergischen Reaktionen bei Menschen führen. Es empfiehlt sich bei empfindlichen Personen vorher eventuell ein Allergietest.

  • Insbesondere Papageien aber auch einige Wellensittiche verhalten sich selten ruhig und finden Fernsehen oder Ähnliches meist wunderbar und werden das lauthals kund tun! Das nette Vogelgezwitscher kann auf Dauer ziemlich störend sein. Besonders Papageien können, wenn sie Lust verspüren, dafür sorgen, dass Sie oder Ihre Nachbarn (!) morgens im Bett stehen, weil Ihr gefiederter Freund versucht eine Lokomotive nachzuahmen.

  • Beim Freiflug gilt: Vogelkot ist ätzend. Möbel müssen eventuell abgedeckt werden. Auch sind (bitte ungiftige) Zimmerpflanzen ein beliebtes Ausflugsziel, das leider nicht immer so verlassen wird, wie es vorgefunden wurde. Auch angenagte Tapete oder andere angeknabberte Gegenstände müssen ab und zu in Kauf genommen werden. Bei Papageien kann dieses Knabbern an Möbeln unter Umständen heftige Spuren hinterlassen.

  • Besonders Jungvögel sind sehr scheu und reagieren oft panisch. Der erste Freiflug ist nicht unproblematisch. Geben Sie Ihrem Vogel Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und den Raum zu erkunden. Bieten Sie ihm Sitzmöglichkeiten an, um unkontrolliertes Herumfliegen zu unterbinden. Auch das Wiedereinfangen ist schwierig, zumal einige Vogelarten einen kräftigen Schnabel haben und daher Vorsicht geboten ist. Oft kommen die Vögel freiwillig wenn sie hungrig sind; streuen Sie Ihnen einfach Futter in den Käfig.

Weitere Anregungen und Informationen

Natürlich kann dieser kurze Artikel nur ein paar wenige Anregungen geben, nur wenige konkrete Informationen liefern, zumal es viele verschiede Vogelgarten gibt und die Anforderungen an Ihre Haltung artspezifisch unterschiedlich sind. Für spezielle Fragen sollten Sie Ihren Tierarzt konsultieren. Informationen erhalten Sie in Ihrem Tierheim; im Reutlinger Tierheim erfahren Sie auch meine Telefonnummer. Ich stehe Ihnen wenn möglich gerne mit Rat zur Seite. Umfangreiches Informationsmaterial erhalten Sie vor allem beim Deutschen Tierschutzbund oder über die kostenlos ausliegenden Broschüren zur Haltung Ihrer Tiere bei uns im Tierheim. Bitte nutzen Sie diese kostenlosen Informationen, damit Sie den Anforderungen Ihres Haustieres gerecht werden können. Ihr kleiner oder größerer gefiederter Freund wird es Ihnen danken.

Zuletzt noch eine Bitte: helfen Sie uns, Aufklärungsarbeit zu leisten und scheuen Sie sich nicht, Freunde, Bekannte oder Nachbarn auf mögliche Fehler hinzuweisen. Oft sind Tierhalter für einen Tipp sogar dankbar. Gerade bei Vögeln gibt es im Tierschutz sehr viel zu tun, denn sie können sich leider gegen Ungerechtigkeit nicht wehren, zumal kaum einer ihre "Sprache" kennt.

Wenn jetzt die Sommerzeit beginnt, werden wieder viele Vögel "entfliegen". Die einzige Möglichkeit der Rettung solcher Vögel, von denen viele in kurzer Zeit draußen verhungern, ist: Stellen Sie einen Käfig mit Futter dorthin, wo die Vögel dies wahrnehmen. Oftmals kommen Sie aus Hunger in den Käfig und Sie können die Tiere im Tierheim abgeben. Verschenken Sie die Tiere nicht weiter; es ist äußerst schwer, einen wirklich verantwortungsbewussten neuen Besitzer für die Tiere zu finden. Überlassen Sie dies dem damit betrauten Personal im Tierheim.

Falls Sie Ihre Tiere abgeben wollen oder müssen, setzten Sie die Tiere nicht aus, sondern wenden Sie sich an Ihr Tierheim, wir nehmen die Vögel auf. Und falls Sie sich doch für Ziervögel entscheiden sollten, wenden Sie sich bitte zuerst an Ihr Tierheim vor Ort - es gibt dort genügend, sie müssen nicht erst für den Bedarf gezüchtet werden.

Christian Daniel Schimke
(falls Sie Fragen oder Anregungen haben: Christian.Schimke@t-online.de)
 


Die baden-württembergische Hundeverordnung

Der große Wurf zur Verunsicherung eines hohen Anteils der Bevölkerung ist gelungen, die Jagdsaison auf Hunde und deren Halterinnen ist eröffnet!

Die Politiker haben die Lufthoheit über den Stammtischen aufgegeben und sind unter denselben notgelandet. Noch selten ist es so öffentlich geworden, mit welcher Ignoranz Sachverstand und Fachkompetenz zu Gunsten eines populistischen Schnellschusses in Form einer Verordnung übergangen wurden. Welch ein Eingeständnis bisheriger Untätigkeit, denn nahezu alle Vollzugsmaßnahmen - von der Erteilung von Auflagen für bestimmte Hundehalter über die Wegnahme von Hunden bei unzuverlässigen Haltern bis hin zum Unterbinden von Aggressionszucht und Aggressionsausbildung - sind spätestens seit der Verabschiedung des neuen Tierschutzgesetzes 1998, z. T. bereits seit 1976 möglich. Auch das Strafrecht hätte jederzeit für entsprechende Vorkommnisse heran gezogen werden können.

Neu ist, dass jetzt flächendeckend abgeräumt wird, ein Schuldnachweis ist nicht mehr erforderlich; am liebsten die präventive Todesstrafe. Selbstverständlich ist es müßig, erneut darauf hin zu weisen, dass der Deutsche Tierschutzbund und weitere seriöse Organisationen seit mehr als 10 Jahren auf die Entstehung der Problematik hingewiesen haben, bei der man jetzt plötzlich aus allen Wolken gefallen zu sein schien ob der Tatsache, dass es diese Problematik gibt. Ob es allerdings etwas nützt, ob daraus eine Erkenntnis für andere künftige Themen erwächst? Einen Zwergspitz an 1,50 m Leine, die schlanke Schnauze hinter einem braunen schmalen Kunsstoff-Maulkorb versteckt konnte ich vor wenigen Tagen sehen, unterwegs mit mehreren rennenden Kindern. Wer hat ihn wohl wenige Wochen früher ausgeführt? Wie viel von ihnen hat er wohl bereits in "übersteigerter Aggressivität" gebissen? Was machen die Vollzugsbehörden aus dieser Verordnung? Wenn manche Aussagen in der Presse wahrheitsgetreu wiedergegeben wurden, könnte der Eindruck entstehen, manche reiben sich hörbar die Hände, freuen sich darüber, dass endlich etwas los ist, ein tolles Spiel - und was besonders reizt, sie selbst stehen als Sieger bereits fest. Herren über Leben und Tod! Welch erhabenes Gefühl? Wie unterschiedlich wird die Verordnung vollzogen?

 

Reutlinger Stadttaubenpopulation
soll tierschutzgerecht reguliert werden

Inzwischen in fast allen Städten ein bekannter Anblick: "verwilderte" Taubenschwärme, gebildet aus entflogenen Haus- oder Rassetauben und dem stärksten Anteil aus verirrten und erschöpften Brieftauben deren Nachkommen (Landesanstalt für Umweltschutz, Baden-Württemberg); von den einen geliebt, von den anderen gehasst. In Reutlingen sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Zahl der dortigen Stadttauben tierschutzgerecht zu kontrollieren. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern der Stadt Reutlingen, des Tierschutzvereins Reutlingen und der Expertin für solche Projekte, Frau Petra Klingler von der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben.

Als Mitverantwortliche für die Tübinger Initiativen zur Kontrolle der dortigen Stadttauben bringt Frau Klingler die erforderliche Sachkunde und die praktische Erfahrung mit, auf die auch die Reutlinger Maßnahmen aufbauen sollen. Auch wenn der Reutlinger Taubenbestand noch lange nicht großstädtische Ausmaße angenommen hat, ist diese Initiative sinnvoll, damit solche Zustände schon in ihrer Entstehung unterbunden werden.

Sankt-Florians-Prinzip oft tierschutzwidrig

Bisher behelfen sich einzelne Gebäudebesitzer mit Netzen, Nägeln/Dornen oder Verdrahtungen, um die Tauben von eigenen Gebäuden fern zu halten. Z. T. sind diese Maßnahmen grundsätzlich tierschutzwidrig bzw. werden es, wenn diese Abwehrmaßnahmen nicht regelmäßig gewartet werden. Die Tierschützer werden häufig mit Tauben konfrontiert, die sich an diesen Einrichtungen schwer verletzten oder so verfingen, dass sie erstickten. Alle diese Maßnahmen führen zudem dazu, dass die Vögel lediglich auf die umliegenden Gebäude ausweichen.

Zum Wohle von Mensch und Tier

Das neue umfassende Konzept soll nun zu einem viel früheren Zeitpunkt ansetzen, nämlich beim Ausbrüten des Taubennachwuchses. Als tierschutz-gerechteste Methode hat sich der Austausch der Taubengelege mit Gipseiern erwiesen. Dazu müssen die Tauben zunächst von der Straße weg in kontrollierbare Taubenschläge gelockt und dort betreut werden. Ergänzend soll an wenigen Straßen-fernen Plätzen kontrolliert von dazu berechtigten Personen gefüttert werden. Auf diese Weise kann später zusätzlich zum Ei-Austausch gezielt die Taubenpille verabreicht werden, sobald diese Verhütungsmethode unbedenklich möglich ist. Die konsequente Durchführung dieser Maßnahmen führt dazu, dass Taubennachwuchs vermieden, zumindest stark reduziert wird, dass die Tauben nicht mehr bettelnd die Straßen und Plätze bevölkern und dass der Taubenkot verstärkt in den Unterkünften und nicht mehr auf den Gebäuden abgesetzt wird.

Die Vorarbeiten für das gesamte Projekt sind bereits einige Schritte gediehen: Mindestens fünf abgrenzbare Schwärme wurden ausfindig gemacht, die Lieblingsplätze dieser Reutlinger Tauben wurden registriert und entsprechende Gebäude ermittelt, unter deren Dach ein Taubenschlag eingerichtet werden könnte. Diese ersten Schritte wurden inzwischen konstruktiv mit dem städtischen Ordnungsamt abgestimmt; weitere Gebäude sollen möglichst einbezogen werden. Tauben sind Felsenbrüter und bevorzugen deshalb auch in Städten höhere Gemäuer. Unter anderem deswegen sind gerade Kirchen beliebte Anflugobjekte und Plätze in Kirchennähe beliebte Aufenthaltsflächen für Taubenschwärme. Räumlichkeiten in den oberen Regionen von Kirchen und Kirchtürmen sowie Kirchenvorplätze eignen sich somit besonders gut für solche Bestand regulierende Maßnahmen. Da sich in vielen Städten die zuständigen Kirchenverantwortlichen an diesem Konzept beteiligen, hoffen auch die Reutlinger auf die Bereitschaft der hiesigen Kirchenvorsteher, diese Initiative zu unterstützen; zumal z. B. auch an der Marienkirche solche Abwehrnetze angebracht sind, die immer wieder auch die oben beschriebenen Folgen für die Tiere verursachen.

Zwei Reutlinger Privatinitiativen, die in einem abgegrenzten Bezirk bereits seit Jahren erfolgreich mit dieser Methode arbeiten, sollen in dieses Konzept eingebunden werden.

Mithilfe der Bevölkerung

Auch Privatpersonen können sich dieser Maßnahmen bedienen, wenn z. B. ihr eigenes Haus von Tauben als Nistplatz benutzt wird. Im Reutlinger Tierheim sind Gipseier erhältlich, die zum Austausch solcher Taubengelege verwendet werden können. Hausbesitzer, die den Dachboden ihres Hauses als Taubenschlag zur Verfügung stellen würden, können dies entweder ebenfalls beim Tierschutzverein oder direkt beim Reutlinger Ordnungsamt melden. Obwohl von allen Beteiligten des Arbeitskreises Stadttauben möglichst kostengünstige und trotzdem effektive Lösungen angestrebt werden, wird Geld für die Einrichtungen sowie die dann erforderliche regelmäßige Fütterung der Tauben und Betreuung der Unterkünfte benötigt.

Wenn Sie dieses tierschutzgerechte Konzept fördern und unterstützen oder die bisher für Stacheln o. ä. Abwehrmaßnahmen verwendeten Mittel hier sinnvoll einsetzen wollen, können Sie dies mittels Spende an den Tierschutzverein Reutlingen, Kontonummer 13413, BLZ 640 500 00, KSK Reutlingen, Stichwort "Stadttauben" tun.

Darüber hinaus würden sich alle Beteiligten auch über tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung freuen. Weitere Informationen können über den Tierschutzverein Reutlingen bezogen werden.

Auch in Metzingen erfolgreich angewandt

Ende vergangenen Jahres wurde das oben beschriebene Konzept auch in Metzingen gestartet. Auf Initiative der Tierschützerinnen Doris Oswald und Irmgard Zecher wurde in Absprache mit dem Metzinger Amt für öffentliche Ordnung in einem Bahnhof nahen Altbau der Dachboden zu einem Taubenschlag umgewandelt, dessen Nester von den Tauben sehr schnell und bereitwillig angenommen wurden. Seitdem werden die Tauben dort - finanziell unterstützt durch die Stadt Metzingen - kontrolliert gefüttert und die Gelege der Tauben ausgetauscht.