Fast täglich kommt auf irgendeiner Tierstation, sei es nun Hunde, Katzen oder Kleintiere, die Anfrage ob ein Tier aufgenommen werden könne.
Die Gründe, warum ein Tier abgegeben werden muss, sind dabei recht unterschiedlich. Überforderung, gesundheitliche, finanzielle, zeitliche Gründe sind dabei die häufigsten.
Die Abgabe eines Haustieres ist für die allermeisten keine einfache und vor allem sehr emotionale Entscheidung. Schon vor der Kontaktaufnahme fliesen Tränen aber auch Verzweiflung, Hilflosigkeit und das Gefühl des Versages sind beteiligt.
Tiere aus unserem Landkreis können wir in der Regel immer aufnehmen, bei Anfragen außerhalb des Landkreises wird in der jeweiligen Tierstation besprochen ob eine Aufnahme möglich ist.
Im Gespräch wird dann der Ablauf einer Abgabe erklärt, es werden im Vorfeld Themen wie Gesundheitszustand, aktuelle Impfungen und Verhalten abgefragt um sich auf das Tier besser einstellen zu können. Letztendlich wird eine Vorgehensweise oder Termin zur Abgabe vereinbart.
Doch in letzter Zeit haben wir vermehrt das Problem, dass die Tiere dann doch nicht kommen. Ja es herrscht teils Funkstille. Keine Reaktion auf Mails, keine Anrufe.
Oder es wird dann nur auf Nachfrage mitgeteilt man habe einen Käufer gefunden, manchmal wird auch selbst kurzfristig abgesagt.
Warum das ein Problem für uns ist?
Warum wir nicht froh sind, wenn das Tier nicht ins Tierheim kommt?
Naja weil wir uns eben schon fragen wer zwei nicht kastrierte scottish Fold Katzen gekauft hat. Sie hätten wegen unkontrollierter Vermehrung abgegeben werden sollen. Kastriert sie nun der Käufer? Oder geht es dort weiter?
Was ist mit der verhaltensauffällige Dogge, die schon gar nicht mehr richtig Gassi geführt werden kann?
Was wurde aus den beiden Katern aus dem anderen Landkreis, die sich nun nicht mehr melden?
Und der Malteser, der sich kratzt und beißt, der Haustierarzt nicht weiter kommt und wenigstens einmal einem Fachtierarzt für Dermatologie und Allergologie vorgestellt werden sollte?
Zusätzlich zu diesen Gedanken, sind es schlichtweg auch Plätze, die wir für diese Tiere freihalten.
Plätze, die nicht anderweitig vergeben werden können und trotzdem leer bleiben.
Warum kann man nicht Bescheid geben? Wenn eine gute Lösung gefunden wurde, sind wir darüber sehr froh. Für das jeweilige Tier auf jeden Fall stressfreier wie der Umweg über das Tierheim.
Für uns aber eben ganz schwer bis gar nicht planbar. Oft stehen solche Tiere dann nämlich doch sehr kurzfristig vor der Bürotüre, weil man die Zusage zur Aufnahme bekommen hat.
Leider auch schon öfter vorgekommen, sind dann z.B. Hunde die erst durch mehrere Hände gehen, bevor dann letztendlich doch bei uns abgegeben werden. Für verhaltensauffällige Hunde absolut kontraproduktiv, für alle Tiere aber mindestens sehr stressig und wirkt sich oft negativ auf Verhalten und Vertrauen gegenüber Menschen aus.
Eine Vermittlung/Verkauf/Schenkung von Tieren sollte stets sorgfältig und genau durchgeführt werden. Ohne Zeitdruck.
Dann eben doch lieber im Tierheim abgeben und ausgebildeten TierpflegerInnen diese Aufgabe übertragen.
Was wir uns wünschen? Sprecht mit uns, wir versuchen immer eine Lösung finden. Aber sprecht mit uns.