Ein Satz, der sich tief in meinen Kopf gebrannt hat.
Ein Satz, der mich so fassungslos zurück lässt, das ich ihn in diesem Moment gar nicht sachlich beantworten kann.
Unwissenheit, ist der leise Tod so vieler Haustiere, die ihren Besitzern im wahrsten Sinne des Wortes ausgeliefert sind.
Der Anruf: „Ich glaube meine Katze stirbt. Der Anderen geht es auch nicht gut. Könnt ihr die holen?“. Zum Tierarzt kann sie nicht. Sie hat auch keine Boxen, denn beim Tierarzt war sie noch nie.
Als wir die Wohnung betreten, werden uns die Tiere direkt abgetreten. Sie muss die abgeben. Sie kann das nicht.
Auf dem Küchen Schrank sitzt eine braune Kätzin. 2,3 kg. Haut & Knochen. 12 Jahre alt. Die Frau zeigt auf dem dreckigen Futterplatz.
„Schauen sie mal wie das aussieht. Wieso macht sie das?“
Als sie mir die Katze gibt, kommt mir ein beißend-saurer Geruch entgegen.
Ihre Pfoten & ihr Gesicht sind mit Futter verschmiert.
Im Schlafzimmer liegt eine schwarze Kätzin, kann den Kopf kaum heben.
Ca. 3 kg wiegt sie, ca. 2014 soll sie geboren sein.
Die Frau zeigt auf ihren Schrank:
„Schauen sie die ganzen Punkte. Die kommen von der Katze.“
In & unter dem gesamten Schrank; Flohkot.
Als wir mit den Katzen aus der Wohnung laufen sagt sie verwirrt:
„Aber sie haben doch Wasser & Futter.
Was habe ich dann falsch gemacht?“
Von uns findet keiner mehr Worte & wir gehen stumm aus der Wohnung.
Was sie falsch gemacht hat?
– die Tiere ein Leben lang eingesperrt ohne medizinische Versorgung
– stark unterernährt
– stark dehydriert
– aufgrund des Alters & der Mangelerscheinungen bereits Nierenkrank
– vermutlich unkastriert (Dauerrolligkeit, jahrelanger Hormonstress, Zysten, Schmerzen)
– die Zähne eitern aus dem Maul
– so stark verfloht, das sie bereits Anämisch sind (Blutarmut) & die Haut vor lauter Flohkot nicht mehr sichtbar ist
Für die braune Kätzin kamen wir zu spät.
Ihre Zunge ist komplett von Krebs zerfressen. Sie wäre langsam verhungert.
Wir mussten sie erlösen.